Virtuelles Netzwerktreffen am 8. Oktober 2026 

Nov. 6, 2026 | Netzwerktreffen, Neuigkeiten

Fünf Fragen, drei Projekte, ein Netzwerk: Was in der SmartFactory5G+ gerade entsteht 

Kein Raum, keine Bühne, nur Kamera an und Projekte auf dem Tisch. Und trotzdem war das Netzwerktreffen der SmartFactory5G+ am 8. Oktober 2026 ein Austausch mit echter Tiefe. Das Format war klar: Jede und jeder war eingeladen, das eigene ZIM-Projekt in fünf Fragen vorzustellen. Wie heißt es? Was entwickelt ihr? Was läuft gut? Was könnte besser sein? Und was ist euer wichtigstes Learning? 

Fünf Fragen, die mehr zeigen als jede Folie 

Genau diese Fragen machen den Unterschied. Wer ehrlich beantwortet, was schiefgelaufen ist, gewinnt im Netzwerk schnell Verbündete. Drei Projekte zeigen, wie vielseitig das Feld ist. 

KIMbA will ein altes Problem im Handwerk lösen: Heizungs-, Klima- und PV-Anlagen verschiedener Hersteller lassen sich aus der Ferne kaum überwachen, weil ihre Betriebsdaten uneinheitlich und kompliziert verschlüsselt sind. Die Idee: eine zentrale Cloud-Plattform, die Gerätedaten über Mobilfunk ausliest und per KI herstellerübergreifend übersetzt. Der Gewinn für den Handwerksbetrieb: Störungen erkennen, bevor der Wagen vom Hof fährt. 

DIY-mAIntenance setzt bei einem Alltagsproblem an. Die eigene Maschinenwartung scheitert oft nicht am Können, sondern an fehlendem Detailwissen und dünnen Anleitungen. Wenn dann der langjährige Mitarbeiter mit diesem Detailwissen fehlt, kann dies zu langen Verzögerungen und Stillständen führen. Die entwickelte App lässt erfahrene Mitarbeitende ohne Programmieraufwand Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Checklisten bauen. Eine integrierte KI erkennt über Kamera und Mikrofon Verschleiß und auffällige Geräusche und führt das Personal im Störungsfall per Sprach- und Textassistent durch die Reparatur. 

Als das Projekt vorgestellt wurde, passierte etwas, das auf keiner Folie stand: Gleich zwei Unternehmen meldeten sich mit dem Satz „Das Problem habe ich auch!“ und boten an, als Testpartner zur Verfügung zu stehen. Genau so entsteht ein Netzwerk. Aus einer Präsentation wird in wenigen Minuten ein Pilotprojekt in Aussicht. 

MultiBlis5G holt Tempo in die Apotheke. Kurzfristige Rezeptänderungen oder fehlende Tabletten bringen Blistermaschinen oft zum Stillstand. Das Projekt entwickelt ein vorausschauendes Steuerungssystem, das Abläufe per Simulation und KI-Bedarfsprognose plant. 5G-vernetzte Sensoren überwachen den Füllstand der Behälter in Echtzeit, Rüstzeiten sinken, Stillstände werden seltener. 

Zwei Welten, ein Begriff 

Ein Punkt, der im Netzwerk immer wieder auftauchte: Fachjargon ist nicht überall gleich. Wissenschaft und Wirtschaft beschreiben oft dieselbe Sache mit eigenen Begriffen. Wenn die Forschung von „Validierung“ spricht, meint die Wirtschaft meist einen „Proof of Concept“. Beides bedeutet: Funktioniert die Idee unter realen Bedingungen? Wer diese Übersetzung sichtbar macht, spart viele Missverständnisse und Rückfragen. 

Was hier Pionierarbeit ist, ist anderswo Alltag 

Noch spannender wird es, wenn eine Branche etwas erst etablieren muss, dass in einer anderen längst Standard ist. Vorausschauende Wartung und Fernüberwachung gehören etwa im Maschinenbau oder in der Luftfahrt zum Handwerkszeug. Im Heizungs-, Klima- oder Apothekenumfeld ist das vielerorts noch neu. Entsprechend verdutzte Blicke gab es, wenn Projekte aus dem einen Umfeld im anderen vorgestellt wurden. Und genau daraus entstehen oft die besten Ideen: Was dem einen selbstverständlich ist, löst beim anderen einen Aha-Moment aus. 

Drei Projekte, eine Gemeinsamkeit 

Alle drei Vorhaben kommen aus der Praxis und suchen ihre Lösung im Zusammenspiel. Genau dafür ist das Netzwerk da: Ein Handwerksthema trifft auf Datenkompetenz, ein Wartungsproblem auf KI, ein Apothekenengpass auf 5G. 

Warum die Pause kein Stillstand ist 

Ein Thema durfte nicht fehlen: Der ZIM-Antragsstopp, der seit dem 7. Juli 2026 gilt, betrifft neue Anträge und Skizzen. Laufende und bewilligte Projekte sind davon nicht berührt. Die Wiederaufnahme ist für Anfang 2027 geplant, Vereinfachungen der Förderbedingungen werden angestrebt. Wer jetzt Ideen schärft und Partner sucht, ist im Frühjahr startklar. 

Was als Nächstes kommt 

Das Netzwerk bleibt in Bewegung. Das nächste Präsenztreffen ist für das erste oder zweite Quartal 2027 geplant, mit echtem Wiedersehen und Fokus auf neue Projektideen. Wohin die Reise geht, entscheidet die Community mit: Eine Umfrage zu Destinationen, Terminen und Themen kommt zeitnah per E-Mail.